Leider gibt es immer wieder einmal Situationen, in denen Jungtiere von ihrer Mutter nicht ange- nommen werden oder das Muttertier erkrankt. In diesen Fällen führen wir dann eine Handaufzucht durch. Eine solche Entscheidung muss stest sorgfältig getroffen werden, da sie weitreichende Konsequenzen für Tier und Pfleger hat. Für den Pfleger bedeutet dies, in den ersten Wochen alle zwei - drei Stunden füttern zu müssen, auch nachts. In Hinblick auf die Tiere heißt dies, darauf zu achten, ihnen frühstmöglich einen arteigenen Partner zuzugesellen, damit sie alle arttypischen Verhaltensweisen lernen. Sicherlich ist die größere Zahmheit eines solch handaufgezogenen Tieres eine reizvolle Sache, aber niemals darf man dabei vergessen, dass es sich um ein Tier handelt! Und nicht zuletzt werden gerade handaufgezogene Tiere mit Einsetzen der Geschlechtsreife dem Menschen gegenüber teilweise sehr aggressiv, da ihnen die natürliche Scheu fehlt. Die Entscheidung zur Handaufzucht ist daher immer eine Einzelfallentscheidung und muss sorgfältig abgewogen werden. Eine Elternaufzucht ist immer vorzuziehen!

Aufzucht von Wildtieren

Immer wieder bekommen wir auch junge Wildtiere gebracht, die wir dann ebenfalls  mit der Hand aufziehen und soweit möglich wieder auswildern. Wir übernehmen diese Arbeit gerne und freuen und an jedem Jungtier, welches wieder in die Natur entlassen wird. Allerdings wäre in vielen Fällen eine Handaufzucht gar nicht notwendig, da die Jungtiere meist gar nicht verlassen sind. Deshalb die Bitte:

  • Fassen Sie junge Wildtiere niemals an!
  • Vergewissern Sie sich genau, dass die Eltern sich nicht mehr um das Jungtier kümmern (In manchen Fällen lassen die Eltern ihre Jungen über längere Ziet alleine - dies ist vollkommen normal!)
  • Nehmen Sie Jungtiere nur dann mit, wenn sie offensichtlich geschwächt oder in Gefahr sind!
  • Überlassen Sie die Aufzucht demjenigen, der die notwendige Erfahrung hat.