Sugarglider (Petaurus breviceps) oder Kurzkopfgleitbeutler gehören zu den Beutelsäugern (Metatheria), genauer zu den Flugbeutlern (Petauridae) . In ihrer Heimat werden sie oftmals auch als Possum bezeichnet. Sie erreichen eine Größe von ca. 10-15cm und haben einen etwa gleichlangen Schwanz. Auffällig sind die Gleithäute zwischen den Extremitäten, die ausge-spannt ein Flugsegel ergeben, dass es dem Possum ermöglicht, zu gleiten. Dazu strecken die Sugarglider alle Viere von sich, wobei sich dann die Gleitmembran strafft und ein "Segel" bildet, mit dessen Hilfe die Tiere einige Meter gleiten können.

Das Fell der Sugarglider ist, je nach Unterart, auf dem Rücken bräunlich - grau, die Unterseite ist weiß - cremefarben. Von der Schnauze führt ein braunschwarzes Band über den Rücken bis zur Schwanzbasis. An den Pfoten besitzen die Possums fünf mit kräftigen Krallen verse-hene Zehen, von denen an den Hinterfüßen die zweiten und dritten Zehen miteinander ver-wachsen sind.

Männliche Kurzkopfgleitbeutler besitzen eine stark ausgeprägte Sekretdrüse auf der Stirn, welche den weiblichen Tieren fehlt.


Vorkommen & Lebensraum

Die geographische Verbreitung der sieben Unterarten der Kurzkopfgleitbeutler erstreckt sich über Australien und Tasmanien bis nach Neuguinea, wobei 3 Unterarten in Australien, die restlichen auf Neuguinea vorkommen.. Auf Tasmanien war die Art ursprünglich nicht hei-misch, wurde aber dort 1835 eingeführt. Als Lebensraum bevorzugen Sugarglider bewaldete Zonen, in einigen Gebieten treten sie aber auch als Kulturfolger auf. Die bei uns gehaltenen Tiere stammen alle aus Indonesien, da Australien schon länger ein Exportverbot für alle hei-mischen Tiere erlassen hat.


Verhalten

Kurzkopfgleitbeutler sind gesellige Baumbewohner, die in Gruppen von bis zu zwölf Tieren leben. Solche Gruppen bestehen meist aus zwei - sechs Alttiere und deren Jungtieren. Wird die Gruppe zu groß, spaltet sie sich auf. Ihr Revier, dass eine Größe von durchschnittlich 0,5 ha hat, markieren die Gruppen mittels der Sekrete aus ihren Duftdrüsen. Auch für den Zu-sammenhalt innerhalb der Gruppe haben die Sekrete große Bedeutung. Gruppenmitglieder reiben sich oft gegenseitig mit ihren Pfoten den Kopf oder die Brust mit den Sekreten ein. Die größte Aktivität geht dabei vom dominanten Männchen aus.

Sugarglider sind streng nachtaktiv und verlassen ihr Nest meist erst nach der Dämmerung. Den Tag verschlafen die Tiere in Baumhöhlen, wobei alle Tiere einer Gruppe ein gemeinsames Nest benutzen. Dieses wird mit Blättern ausgepolstert, welche mit Urin angefeuchtet werden, damit sie weicher werden.


Haltung & Ernährung

Sugarglider sind Gruppentiere, die mindestens zu zweit gehalten werden sollten. Nachwuchs vermeidet man durch die Haltung gleichgeschlechtlicher Tiere. Dabei können zwei Männchen genauso gut zusammengehalten werden, wie zwei Weibchen. Trotz der geringen Größe der Gleitbeutler sollte der Käfig eine Grundfläche von mindestens 1 qm ausweisen, die Höhe soll-te 1,80 m nicht unterschreiten. Bei eingewöhnten Tieren ist auch Freilauf in der Wohnung möglich, der jedoch nur unter Aufsicht stattfinden darf, um Verletzungen und Vergiftungen zu vermeiden. Da Sugarglider Kot und Urin nicht in eine bestimmte Ecke absetzen, ist es von Vorteil, wenn der Käfig aus leicht zu reinigendem Material besteht. Bei der Reinigung darf der Käfig jedoch niemals komplett gereinigt werden, da dies die Possums zu stärkerem Mar-kieren anregt, was dauerhaft zu einer echten Geruchsbelästigung führen kann.

Die Einrichtung des Käfigs sollte den Kurzkopfgleitbeutlern ausreichend Gelegenheit zum Klettern bieten. Neben kräftigen Ästen sind auch dickere Seile oder Korkröhren ideal geeig-net. Niemals fehlen dürfen Schlafhöhlen, wobei stets mehrere angeboten werden sollten, da die Glider ihr Nest von Zeit zu Zeit wechseln. Bewährt haben sich Wellensittichnistkästen im Hochformat.

Als Grundfutter für die Possums hat sich Obst bewährt. Dabei werden süße Obstsorten ein-deutig bevorzugt. Zusätzlich brauchen Sugarglider regelmäßig tierisches Eiweiß. Dies kann vor allem über Lebendfutter wie Mehlwürmer, Heuschrecken oder Heimchen geboten werden, auch Katzenfutter eignet sich hervorragend. Wichtig ist es, die optimale Calciumversorgung der Glider zu sichern. Deshalb sollte gegebenenfalls das Futter mit entsprechenden Präparaten (z.B. Calciumtropfen oder Futterkalk) angereichert werden.

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