Große Ohren, langer Schwanz und spitze Schnauze, beim dieser Beschreibung wird man kaum an einen Hamster denken. Und dennoch ist der mausartige Zwerghamster oder Maushamster (Calomyscus bailwardi) ein echter Vertreter dieser Familie. Aber nicht nur sein Aussehen auch seine Fortbewegung erinnert eher an eine Maus als einen Hamster. Das Verbreitungsgebiet der Maushamster liegt in Nordiran, Afghanistan, Pakistan und Südturk-menistan. Dort leben sie bevorzugt in felsigen Habitate, deren Vegetation hauptsächlich aus Gräsern besteht. Im Gegensatz zu anderen Hamsterarten legen die Maushamster keine eigenen Bauten an, stattdessen benutzen sie Felsspalten und verlassene Bauten anderer Nager als Unterschlupf. Insgesamt gibt es sechs Arten Maushamster, darunter der Turkmenischen Maushamster (Calomyscus mystax), der als einzige Art als Heimtier gehalten wird. Sein Artstatus ist jedoch umstritten, da einige Autoren ihn nicht als eigenständige Art sondern als Unterart des Iran-Maushamsters (C. bailwardi) ansehen.


Der Turkmenische Maushamster

Mit einer Größe von 6-8 cm ist turkmenische Maushamster ein echter Zwerghamster. Auffälligstes Merkmal neben seinen großen Ohren ist sein langer leicht behaarter Schwanz, welcher eine Länge von 8 cm erreicht und am Ende mit einer kleinen Quaste versehen ist. Diesen benutzt er beim Klettern als Hilfe zum Ausbalancieren. Neben dem Schwanz erleichtern auch die Borsten an den Fußunterseiten die Kletteraktivitäten des Hamsters. Das Fell der Maushamster ist sehr fein und weich, die Oberseite ist sandfarben, Bauch, Beine und Füße sind weiß.


Der Maushamster als Heimtier

Wenn auch selten, so ist der turkmenischen Maushamster doch regelmäßig in Liebhaberhand anzutreffen. Inzwischen gibt es einige ernsthafte Züchter, die sich der Zucht dieser Art verschrieben haben, so dass die Bestände in Menschenobhut als gesichert angesehen werden können.

An Haltung stellt der turkmenischen Maushamsters keine großen Ansprüche. Aufgrund seines hohen Bewe-gungsdrangs sollte die Unterkunft mindestens 80x40 cm groß sein. Mit einer Mindesthöhe von 40cm, um dem Kletterbedürfnis der Hamster gerecht zu werden zu können. Mit Ästen, Wurzeln, Steinen oder einer künstlichen Felsrückwand kann man den Käfig naturnah gestalten und gibt den Tieren dadurch die Möglichkeit ihren Bewe-gungsdrang auszuleben. Wichtig ist nur darauf zu achten, dass alle Steine fest auf dem Boden stehen, damit die Hamster nicht darunter kriechen können, da sonst die Gefahr besteht, dass sie erschlagen oder eingeklemmt werden könnten.

Da die Maushamster kein eigenes Nest graben, muss den Tieren ein Unterschlupf zur Verfügung gestellt werden. Ein alte Blumentopf aus Ton oder ein dickeres Stück Baumrinde sind hierfür bestens geeignet. Als Einstreu kann Kleintierstreu oder andere gängige Einstreusorten verwenden. Zur Fellpflege sollte den Tieren dann aber ein Sandbad zur Verfügung stehen, da ansonsten das feine Fell der Maushamster schnell verfettet. Das Sandbad entfällt, wenn man die Hamster direkt auf Sand hält, was ebenfalls möglich ist.


Die Ernährung der Maushamster

Das Grundfutter der Maushamster sollte aus Kleinsämereien bestehen. Eine Mischung aus Wellensittich- und Kanarienfutter stellt eine gute Basis dar, die durch die Beimischung von Grassamen noch verbessert werden kann. Um die Versorgung mit tierischem Eiweiß sicherzustellen, kann man den Hamster Ei- oder Insektenfutter anbieten, welches in der Regel gut angenommen wird. Eine richtige Freude macht man den Tieren jedoch durch die Gabe von Heimchen oder kleineren Grillen. Es ist schon ein tolles Bild wenn die Maushamster sind den Insekten herflitzen, geschickt sämtlichen Hindernissen ausweichen, um dann schließlich mit Erfolg zuzuschnap-pen.


Haltung in Gruppen

Da Maushamster absolut friedfertig sind, ist eine Gruppenhaltung problemlos möglich. Möchte man die Hamster züchten empfiehlt sich eine Konstellation von einem Männchen und zwei Weibchen. Mit sechs Monaten werfen die Weibchen erstmalig. Die 4-6 Jungtiere werden nackt geboren und öffnen mit 13 Tagen erstmalig die Augen. In diesem Alter haben sie auch schon ihr erstes Fell, welches allerdings nicht wie bei den Eltern sandfarben sondern eher gräulich ist. Das sandfarbene Fell der Alttiere bekommen die Jungen in einem Alter von etwa 6-7 Monaten, zu einem Zeitpunkt an dem sie auch schon selber für Nachwuchs sorgen können.

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