Wer nicht das Glück hat, dass der Raum, in dem er seine Kleinsäuger hält, ausreichend mit Sonnenlicht versorgt wird, der muss zwangsläufig zu künstlicher Beleuchtung greifen. Dabei gilt es eine Vielzahl von Dingen zu beachten (s. GEISSEL & JORDAN).
Ein Aspekt, der in jüngster Zeit aber immer mehr Bedeutung gewinnt, sind die Energiekosten. Mag das für Halter, die nur ein oder zwei Gehege beleuchten müssen, ein noch zu vernachlässigender Faktor sein, für Kleinsäugerfreunde mit einer Vielzahl an Kleinsäugerterrarien gilt dies nicht mehr. Wer hier nicht jährlich hundert oder mehr Euro an Stromkosten zahlen will, der sollte sich rechtzeitig nach alternativen Beleuchtungsmitteln umsehen.
Eine dieser Alternativen bieten inzwischen die lichtemittierenden Dioden (LED), die nur den Bruchteil des Energieverbrauchs herkömmlicher Leuchtmittel haben. Ein Problem bei LEDs ist es jedoch, weißes Licht zu emittieren, durch verschiedene Verfahren zur additiven Farbmischung kann dies jedoch gelöst werden. In den meisten Fällen wird hierfür eine blaue LED mit einem gelben Leuchtstoff kombiniert, vereinzelt wird auch eine UV-LED wird mit photolumineszierendem Material kombiniert, wobei das kurzwellige (UV) in langwelligeres Licht umgewandelt wird, ein Verfahren, das in ähnlicher Weise auch in Leuchtstoffröhren angewandt wird. In besonders hochwertigen Leuchtmittel mit LED-Technik wird eine UV-LED mit mehreren verschiedenen Leuchtstoffen (rot, grün und blau) kombiniert, um weißes Licht zu erzeugen. Dies erlaubt eine gute Farbwiedergabe, verteuert jedoch das Leuchtmittel und verringert zeitgleich die Lichtausbeute.
Für den Einsatz im Kleinsäugerterrarium spielt die Erzeugung des weißen Lichts eine untergeordnete Rolle, jedoch sollte man bei der Auswahl auf eine Farbtemperatur von 5500K und höher wählen, da sie dem natürlichen Sonnenlicht am nächsten kommen. Ideal sind Lichtleisten mit einer Farbtemperatur von 8000K, die inzwischen vielfach in der Aquaristik verwandt werden.
Neben den geringen Energiekosten im Betrieb bieten LED gespeiste Leuchtmittel weitere Vorteile. So sind sie extrem flach und nehmen somit im Gehege nur wenig Platz ein. Zudem strahlen sie kaum Wärme ab, weshalb für die Tiere keine Gefahr besteht, dass sie sich bei Kontakt Verbrennungen zuziehen könnten. Dennoch sollten die Leuchtmittel so angebracht werden, dass vor allem Nager in Berührung mit ihnen kommen können, um Zerstörungen der Leuchtmittel zu verhindern. Vor allem den stromführenden Teilen muss hier große Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Auch in punkto Lebensdauer sind LEDs unschlagbar. So halten bei mit niedrigen Strömen betriebenen LEDs bis zu 100.000 Betriebsstunden. Und selbst Hochleistungs-LEDs, die auf maximale Lichtausbeute getrimmt sind, haben Lebensdauer bei 15.000 bis 30.000 Stunden. Leuchtstoffröhren haben hingegen nur eine Lebensdauer von 6000 bis 10.000 Betriebsstunden.

Literatur
GEISSEL U. & B. JORDAN (2009): Licht und Wärme – Die Beleuchtung und Erwärmung von Kleinsäugerterrarien ¬– Rodentia 9(1) , 54-59.