Obwohl Zebramungsten zu denhäufigst gehaltenen Mangusten-arten zäheön, heißt dies nicht, dass sie keine Ansprüche an ihre Haltung stellen. Auch sind sie untereinander nicht immer sanftmütig, im Gegenteil, es kann zu teilweise sehr heftigen Streitereien innerhalb der Gruppe kommen, die sogar für das unterlegene Tier tödlich enden können, wenn der Halter nicht rechtzeitig eingreift. Aus diesem Grund gehören die Tiere ausschließlich in die Hände erfahrenen Halter, die den Tiere ein artgerechtes Zuhause bieten können und sich mit dem Wesen der Tiere intensiv auseinandergesetzt haben.


Zebramangusten gehören ebenso wie Erdmännchen (Suricata suricatta) in jedem Zoo zu den absoluten Publikumslieblingen. Ihre offensichtlich possierliche Art und der liebevolle Umgang miteinander lassen in manchem Kleinsäugerfan den Wunsch wachsen, diese Tiere selber zu pflegen. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: Zebramangusten sind wasch- echte Raubtiere, die einige Ansprüche



Haltung

Das Gutachten über Mindestanfor-derungen an die Haltung von Säugetieren schreibt für das Gehege von Zebramangusten eine Mindestgröße von 12 m2 pro Paar vor, für jedes weitere Tier müssen zusätzliche 2 m2 vorhanden sein. Da Zebramangusten Rudeltiere sind, die in größeren Familiengruppen zusammenleben, sollte das Gehege daher von Anfang an großzügig angelegt werden und eine Grundfläche von 20 qm nicht unterschreiten. Obwohl Zebramangusten aus den warmen Regionen Afrikas stammen, kommen sie mit trockener Kälte auch in unseren Breiten gut klar, sodass sie selbst im Winter draußen gehalten werden können. Es muss ihnen allerdings stets ein beheizter Raum zur Verfügung stehen, in den sie sich zurückziehen können. Der Innenraum sollte dauerhaft eine Temperatur von über 15°C aufweisen und kann entweder als begehbares Innengehege oder bei entsprechender Größe des Außengeheges als Wärmebox gestaltet werden. Auch Wärmestrahler im Außengehege werden von den Mangusten bei kälteren Temperaturen gerne aufgesucht.
Empfindlich reagieren die Tiere auf feuchte Kälte und vor allem auf Staunässe, weshalb das Gehege über eine gut funktionierende Drainage verfügen sollte oder der Bodengrund so geschaffen sein muss, dass er Regenwasser gut ableitet.
Eine dauerhafte Haltung in Innenräumen ist bei Zebramangusten abzulehnen, da er ihnen die Möglichkeit zum Sonnebaden nimmt, welches zum natürlichen Verhalten der Tiere hinzugehört.
Bei der Planung des Außengeheges muss unbedingt bedacht werden, dass Zebramangusten äußerst gute und ausdauernde Gräber sind. Es empfiehlt sich daher, das Fundament für das Gehege mindestens 60 cm tief anzulegen und zudem verzinkten Draht einzubringen, auf den dann der spätere Bodengrund aufgetragen werden kann. Hier empfiehlt sich zunächst eine 20cm dicke Schicht Kies, der als Drainage funktioniert und das Entstehen von Staunässe verhindert. Darauf kann ein Torf-Sand-Gemisch aufgebracht werden, aber auch normaler Mutterboden kann Verwendung finden. Als Begrenzung für das Außengehege reicht eine etwa 100cm hohe Mauer, die jedoch nach innen glatt sein sollte, damit die Mangusten nicht an ihr emporklettern können. Ein Weidezaungerät dient der zusätzlichen Absicherung vor Ausbruchversuchen. Der Nachteil einer solchen, nach oben offenen Anlage ist, dass eventuell vorhandene Jungtiere von Krähen und anderen Beutegreifer geschlagen werden können. Auf diese Weise haben manche Zoos in den letzten Jahren einen großen Teil ihre Nachzuchten verloren. Sicherer ist daher ein oben geschlossenes Gehege, welches dann eine Höhe von 2 m nicht unterschreiten sollte, damit der Halter mühelos darin stehen kann, was sich spätestens bei den Reinigungsarbeiten positiv auswirkt.
In der Mitte des Geheges kann durch die Aufschüttung eines Hügels ein erhöhter Ausguckplatz geschaffen werden, der von den Zebramangusten gerne angenommen wird. Dieser Hügel wird allerdings öfter erneuert werden müssen, da er von den Tieren innerhalb kürzester Zeit untergraben wird, um ein Gangsystem anzulegen. Dies entspricht zwar dem natürlichen Verhalten, hat aber den Nachteil, dass die Tiere in diesen Gängen für den Halter nicht erreichbar sind, was vor allem beim Herausfangen eines kranken oder verletzten Tieres ein Problem werden kann. Um dies zu verhindern kann man deshalb schon bei der Anlage des Hügels entsprechende Röhren einbringen, zu denen man an bestimmten Stellen über eine Revisionsklappe Zugang hat. Einige Halter gehen einen anderen Weg und modellieren künstliche Termitenbauten aus Beton als Ausguck, in die sie den Warmraum integrieren, ein Verfahren, welches auch von vielen zoologischen Gärten angewandt wird.



Gehegegestaltung

Die Einrichtung des Zebramangusten-geheges kann mit großen Wurzeln und Felsbrocken erfolgen. Dabei muss immer darauf geachtet werden, dass diese nicht von den Mangusten untergraben werden können, da sonst die Gefahr besteht, dass die Tiere erschlagen werden.
Verzichtet man auf einen Kunstbau, so sollten den Tieren Schlafboxen angeboten werden, in die sie sich zurückziehen können und die auch als Wurfbox genutzt werden. Diese sollten über eine bodennahe runde Einstiegsöffnung verfügen. Aus Gründen der leichteren Reinigung kann man auf einen Boden für die Schafboxen verzichten. Dies hat zudem den Vorteil, dass man die Zebramangusten nicht mit Nachdruck aus der Box vertreiben muss, was diese schon mal mit Bissen quittieren, sondern die gesamte Box einfach anheben kann.
Lauftunnel und stabile Futterschüssel, die so angebracht werden sollten, dass sie von den Tieren nicht umgeworfen oder durch das Gehege geschleppt werden können, vervollständigen die Inneneinrichtung des Geheges.
Als Bodengrund für das Innengehege eignete sich Sand oder ein Torf-Sand-Gemisch, auch Rindenmulch leistet hierbei gute Dienste.



Ernährung

Zebramangusten sind vorwiegend Fleischfresser, nehmen aber auch einen geringen Teil an Früchten und Obst auf. Das Futter sollte deshalb hauptsächlich aus Futtertiere wie z. B. Mäusen , Eintagsküken, Ratten oder Wachteln bestehen. Die Fütterung von ganzen Futtertieren hat den großen Vorteil, dass auf diese Weise auch die Versorgung mit Mineralstoffen sicher gestellt werden kann. Zusätzlich kann man den Zebramangusten Innereien von Geflügel (vor allem Hühnerherzen sind meist sehr begehrt) oder Kaninchen anbieten. Auch die Gabe von Katzenfutter (trocken und feucht) ist möglich, hier besteht jedoch die Gefahr, dass es aufgrund des hohen Zuckeranteils mancher Fertigfuttermittel zu Zahnproblemen kommen kann. Besser geeignet ist daher Frettchenfertigfutter. Einige Zebramangusten nehmen auch sehr gerne Fisch zu sich, vor allem Stinte sind bei den Tieren sehr beliebt.
Zusätzlich sollte auch Obst und Gemüse gereicht werden: Paprika, Möhren, Äpfel und Gurken sind bei den meisten Zebramangusten sehr beliebt, sollten aber vor der Verfütterung geraspelt werden und den Anteil von 10% am Gesamtfutter nicht übersteigen. Eine echtes Highlight für jede Manguste ist die Verfütterung eines hart gekochten Eis. Hier kann man sofort den Erfindungsreichtum der Tiere erkennen, die das Ei durch die Hinterbeine gegen diverse Einrichtungsgegenstände schleudern, um die Schale zu öffnen. Somit trägt die Gabe von Eiern zusätzlich zur Beschäftigung der Tiere bei.
Dies gilt auch für die Verfütterung von Heuschrecken oder Mehlwürmern. Letztere kann man in mit Holzwolle gefüllten Kartons anbieten, sodass die Tiere sich ihr Futter selber erarbeiten müssen.



Vergesellschaftung

Wer Anfänger in der Zebramangustenhaltung ist und keinerlei Zuchtambitionen hegt, für den besteht die ideale Anfangsgrup-pierungen aus 1 - 3 Männchen (am besten Brüder). Möchte man später doch züchten, kann man dieser Gruppe ein Weibchen zugesellen, welches blutsfremd und jung sein sollte. Erwachsene Weibchen aus unterschiedlichen Familiengruppen sollten nicht zusammengesetzt werden, sie bekämpfen sich in der Regel erbittert bis zum Tod. Bei erwachsene Männchen gelingt es hingegen unter großer Vorsicht, sie in einen ihnen fremden Clan zu integrieren.


Einige zoologische Gärten haben gute Erfahrungen bei der Vergesellschaftung erwachsener Tiere gemacht, die sie narkotisiert hatten und dann gemeinsam aufwachen ließen. Offensichtlich führte dies dazu, dass bisher gewachsene Familienstrukturen verloren gingen und so eine neue Gruppe entstand.
Hat sich eine Gruppe erst einmal gefunden, so bleibt diese über einen gewissen Zeitraum bestehen. Dennoch kommt es in größeren Familiengruppen immer wieder zu Umstrukturierungen im Sozialgefüge. Gelegentlich werden dabei einzelne oder gar mehrere Tiere aus der Gruppe vertrieben. Diese müssen sofort aus dem Gehege entfernt werden, um ernsthafte Verletzungen zu verhindern. Es ist daher günstig, beim Anwachsen eines Clans, ein Reservegehege für die Ausgestoßenen bereit zu halten.


Zucht

Zebramangusten können sich das ganze Jahr über paaren. Die Paarung ist oft von lauten kreischenden Lauten begleitet. Vor der Paarung kommt es zum Treiben des Weibchens durch das Männchen, welches letztlich aufreitet. Meist kommt es zu mehreren Paarungen innerhalb kürzester Zeit.

Die Tragzeit der Zebramangusten beträgt 56–63 Tage, nach der das Weibchen 2-5 Jungen zur Welt bringt. Die Jungtiere sind bei der Geburt nackt und blind und wiegen zwischen 60 und 100g. Mit 8–12 Tagen öffnen sich die Augen der Jungtiere und bereits wenig später (18.–23 Tag) nehmem sie erste feste Nahrung auf. Dennoch werden sie etwa 2,5 Monate gesäugt, bevor sie von der Mutter entwöhnt werden. Mit etwa einem Jahr erreichen sie die Geschlechtsreife. Bei Weibchen, die zur Zucht eingesetzt werden sollen, empfiehlt es sich, diese vor dem Erreichen der Geschlechtsreife aus der Gruppe zu entnehmen, um mit ihnen eine neue Zuchtgruppe aufzubauen.

Wie bei vielen sozial lebenden Mangusten (Herpestidae) pflanzt sich auch bei den Zebramangusten im Normalfall nur das Alphaweibchen fort, bei guter Haltung und ausreichendem Nahrungsangebot haben aber auch rangniedere Weibchen die Chance, eigenen Nachwuchs aufzuziehen. Die Trächtigkeit eines rangniederen Weibchens kann aber auch zu Spannungen innerhalb der Gruppe führen, sodass die Jungtiere des Weibchens nach der Geburt vom Alphaweibchen aus dem Bau verschleppt oder gar getötet werden. Entdeckt man die aus dem Bau geschleppten Jungtiere rechtzeitig, kann eine Handaufzucht versucht werden. Diese gelingt mit einer für Hundewelpen gedachten Ersatzmilch relativ problemlos, allerdings muss darauf geachtet werden, dass die so aufgezogenen Jungtiere rechtzeitig sozialisiert werden müssen. Es empfiehlt sich daher, die Tiere mit anderen jungen Zebramangusten, die innerhalb ihrer Gruppe aufgezogen wurden, zu vergesellschaften. Eine Rückkehr in die ursprüngliche Gruppe ist meist nicht möglich und birgt ein kaum kalkulierbares Risiko für die Handaufzuchten.

Büchertipps