Die äußerliche Erscheinung des Marderhunds erinnert vor allem durch die Fellzeichnung an einen Wasch-bären.Das dichte und weiche Fell ist wie bei den Kleinbären beigegrau an Flanken und Bauch, der Rücken ist hingegen schwarzbraun.Anders als bei Waschbären, bei denen es sowohl helle als auch sehr dunkle Tiere gibt, existieren beim Enok deutlich weniger Variationen in der Fellfärbung. Deutliche Gemeinsamkeiten zwischen beiden Arten weist die Gesichtszeichnung auf, was wohl der Hauptgrund für die von Laien recht häufige Verwechslung beider Arten ist.


Ihr Fell wechseln die Marderhunde im jahreszeitlichen Rhythmus, wobei Winter- und Sommerfell keinen Färbungsunterschied aufweisen, das Winterfell jedoch deutlich dichter und länger ist.
Ausgewachsene Marderhunde erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 50–65 cm, zu der noch der etwa 15 cm lange Schwanz hinzukommt. Mit einer Schulterhöhe von 20–30 cm wirkt der Enok wesentlich gedrungener als der Waschbär. Das Gewicht adulter Tiere beträgt zwischen 7 und 9 kg. Die Lautäußerungen der Marderhunde sind vollkommen hundeuntypisch und gleichen eher einem Miauen oder Winseln als einem Bellen. Bei Bedrohung schlagen sie in ein Knurren um. Während der Paarungszeit stößt der Rüde zudem lang gezogene Schreie aus, die an ein Heulen erinnern.
Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Marderhund und Waschbär ist der für den Enok typische Backenbart, der vor allem im Winter den Kopf der Tiere recht breit erscheinen lässt. Der Marderhund ist zwischen den Augen meist hell gefärbt, während der Waschbär eine durchgehend dunkle Maske besitzt, zudem ist der Schwanz des Marderhundes nicht dunkel geringelt.



Haltung

Die Haltung von Marderhunden in Privathand war lange Zeit eher selten, mit dem Auftreten der weißen Farbform stieg allerdings das Interesse an den Tieren. Ein großer Nachteil der Enoks ist der enorme Geruch der Tiere, der eine Haltung nur bei sehr toleranten Nachbarn oder einem entsprechend einsamen Grundstück zulässt.


Das Gehege für ein Paar, das für Nachwuchs sorgen soll, darf 20 m2 nicht unterschreiten. Da Marderhunde nicht klettern können und auch nur sehr schlechte Springer sind, reicht eine einfache Gehegeeinzäunung von 80 cm Höhe aus. Empfehlenswert sind aber ein ausreichend tiefes Fundament sowie ein Schutz vor Untergrabung.
Die Einrichtung eines Marderhundgeheges sollte aus größeren Wurzeln, Steinen und Baumstämmen bestehen. Da Marderhunde sich gern in geschütztes Dickicht zurückziehen, ist auch eine dichtere Bepflanzung eines Teils des Geheges sinnvoll. Hierfür sind alle robusten einheimischen Gehölze geeignet. Auch Bambus kann zur Bepflanzung herangezogen werden, da er sehr schnellwüchsig ist und so den Tieren innerhalb kurzer Zeit eine blickgeschützte Rückzugsmöglichkeit bietet.
Keinesfalls fehlen dürfen mehrere Schlafhöhlen bzw. -häuser, da die Tiere diese von Zeit zu Zeit wechseln. Sie müssen aufgrund der Wetterfestigkeit der Enoks nicht isoliert sein,. sondern können aus unbehandelten Holzbohlen hergestellt werden. Ein Innengehege ist aus demselben Grund ebenfalls vollkommen überflüssig.

Da Marderhunde mit ihrem Partner lebenslang zusammenbleiben, können sie problemlos paarweise gehalten werden. In großen Gehegen ist es auch möglich, eine größere Gruppe zu halten, wenn sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Gerade bei einer solchen Haltung, die aber nur von erfahrenen Exotenfreunden praktiziert werden sollte, ist eine Bepflanzung der Anlage von großem Vorteil.


Fütterung

Als Allesfresser stellen Marderhunde keine großen Ansprüche an ihrer Fütterung. So kann der Bedarf an tierischer Nahrung mit Eintagsküken, Mäusen oder Kaninchen sowie Meerschweinchen gedeckt werden, auch Innereien vom Geflügel werden gern angenommen. Hundefutter wird ebenfalls nicht verschmäht, wegen des teilweise sehr hohen Zuckergehalts sollte hier aber nur Premiumfutter verwendet werden.
Ergänzt wird der Speiseplan mit weichem, überreifem Obst, wobei man jahreszeitlich variieren kann und auf die jeweiligen Früchte der Saison zurückgreift. Auch Gemüse wie Möhren wird angenommen, von vielen Marderhunden aber nur im geraspelten Zustand.
Als Leckerbissen können hart gekochte Eier oder ein Haferflockenbrei, dem man geringe Mengen Rinderhack beimengt, verfüttert werden. Vor allem Letzterer bietet den großen Vorteil, dass über ihn auch Medikamente verabreicht werden können. Dass Wasser ständig zur Verfügung stehen muss, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.


Nachzucht


Enoks zu züchten, ist kein großes Problem. Hat sich ein Paar gefunden, ist es meist nicht weit zum ersten Nachwuchs. Paarungen erfolgen je nach Witterung von Februar bis März. Auch die Tragzeit ist witterungsabhängig, in unseren gemäßigten Breiten liegt sie zwischen 59 und 64 Tagen, während in nördlichen Gebieten des Verbreitungsgebietes bis zur Geburt bis zu 80 Tage vergehen können.

Während der Trächtigkeit gilt es, das Paar genau zu beobachten, um bei Anzeichen von Aggression den Rüden sofort aus dem Gehege entfernen zu können. Aus diesem Grund sollte man stets ein zweites Gehege bereithalten, in dem der Rüde dann untergebracht werden kann.
In der Zeit von Mai bis April werden schließlich 4–8 (meist 6) Jungtiere geboren. Diese sind bei der Geburt bräunlich schwarz gefärbt und wiegen 60–90 g. Jungtiere unter 60 g haben kaum eine Überlebenschance, auch eine Zufütterung per Hand bleibt in der Regel erfolglos. Mit 10–14 Tagen öffnen sich die Augen der kleinen Enoks, und mit sechs Monaten sind sie vollkommen erwachsen und entwöhnt. Bei harmonierenden Paaren kann man immer wieder beobachten, dass der Rüde sich ebenfalls an der Aufzucht beteiligt, dies ist aber nicht immer der Fall.
Wann die Jungtiere aus dem Gehege entfernt werden müssen, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Einige Paare dulden die Jungen auch nach Eintritt der Geschlechtsreife mit 10–12 Monaten, andere beginnen schon vorher die Jungen zu vertreiben. In diesem Fall sollte man schnell eingreifen, um eine Verletzung der Jungtiere zu vermeiden.


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