Das Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren schreibt für das Gehege von Haussa-Ginsterkatzen eine Mindestgröße von 12 qm  pro Paar vor, für jedes weitere Tier müssen zusätzliche 2 m2 vorhanden sein.  Dies ist allerdings ein eher theoretischer Wert, da Zwerg-Ginsterkatzen maximal paarweise gehalten werden sollten und auch dann unbedingt die Möglichkeit vorhanden sein sollte, das Gehege zu unterteilen, um die Tiere zu separieren. Spätestens während der Trächtigkeit ist eine solche Abtrennung sinnvoll, will man nicht den Verlust der Jungtiere riskieren.

Die Gehegehöhe sollte 2 Meter nicht unterschreiten, besser sind jedoch 2,5 ­– 3 Meter, da sich die scheuen Tiere dann in die oberen Regionen zurückziehen können, wo sie sich deutlich sicherer fühlen.

Meine Haltung

Meine ersten Zwerg-Ginsterkatzen wurden zunächst in einem 6 x 3m großen Gehege untergebracht , welches als Alu-Volierenelementen zusammengesetzt war und eine Höhe von 2 Metern hatte. Die Decke des Geheges gestaltete ich mich einem reiß- und bissfesten Nylonnetz, um die Gefahr von Kopfverletzungen bei plötzlichem Hochschrecken der Tiere zu vermeiden. Vier Schlafboxen unterschiedlicher Größe wurden angebracht, wobei sich schon bald eine deutliche Präferenz für die beiden Papageiennistkästen zeigte, weshalb auch die anderen Boxen durch Nistkästen ersetzt wurden. Dabei war ich mehr als erstaunt, durch welch kleine Öffnungen sich die Ginsterkatzen in ihre Schlafboxen zwängten, Kästen mit größeren Öffnungen wurden aber deutlich weniger gerne angenommen.

Im darauffolgenden Jahr erhielten alle meine Ginsterkatzen zusätzlich ein Außengehege, welches für die Haussa-Ginsterkatzen eine Größe von 14 qm hat. Auch hier griff ich aus Gründen der leichten Durchführung auf Alu-Elemente zurück, welche aber auf eine 50cm hohe Sockelmauer gesetzt wurden, sodass das Gehege eine Höhe von 2,50 erreichte. Um die Tiere vor Wetterunbilden zu schützen sowohl die Rückwand, als auch eine Seitenwand mit Holz verkleidet, die Gehegedecke wurde zusätzlich durch Doppelstegplatten regenfest gemacht. Den Durchschlupf von Innen- zum Außengehege kann ich mittels eines Schiebers verschließen, ohne das Gehege betreten zu müssen.

Nachdem das Außengehege fertig war, wurde auch das Innengehege neu gestaltet. Dabei wurde der Bau so geplant, dass möglichst wenig Energiekosten für die Beheizung der Innenanlage entstehen. Deshalb wurde der Rohbau des Geheges mit 10cm dicken Balken errichtet und mit 12mm dicken OSB-Platten von beiden Seiten verkleidet. In den Zwischenraum wurden 10cm Dämmstoffplatten eingesetzt, um eine optimale Isolierung zu erreichen. Eine Glastür , die quer in das Gehege, welches ein Maß von 4 x 3 m hat, eingebaut wurde, sorgt für ausreichend Helligkeit und einen guten Blick auf die Tiere. Die Beheizung erfolgt thermostatgesteuert über einen Frostwächter, welcher mühelos die erforderliche Temperatur von 18° C hält.

Fütterung

Die Fütterung der Zwerg-Ginsterkatze sollte sich an den natürlichen Nahrungsressourcen orientieren. Ideal sind Futtermäuse- und küken, wobei letzteren vorher der Dottersack entfernt werden sollt, um eine zu große Verschmutzung des Geheges zu vermeiden. Ebenfalls sehr beliebt sind bei meinen Tieren Hühnerherzen- und mägen, welche sie aber nur einmal pro Woche erhalten. An pflanzlicher Kost können alle Arten von Obst gereicht werden, wobei meine Tiere vor allem Trauben und Bananen bevorzugen. Vor allem für Bananen lassen meine Zwerg-Ginsterkatzen alles andere liegen und kommen sogar zu mir, um den begehrten Leckerbissen aus meiner Hand zu nehmen.

Eine besondere Freude kann ich meinen Ginsterkatzen machen, wenn ich ihnen Heuschrecken anbiete. Durch den geschlossenen Bau der Innenanlage können diese auch nicht entkommen, sodass alle Heuschrecken letztlich im Magen meiner Schleichkatzen landen. Gekochter Reis und geraspelte Möhren sowie ab und an Katzengras (Weizen) runden den Speiseplan meiner G. thierryi ab. Auf die Gabe von Vitaminpräparaten verzichte ich, da die Vitaminversorgung bei meiner Fütterung sichergestellt ist.

Auch Katzenfutter gehört bei meinen Tieren nicht zum Speiseplan, wird aber von anderen Haltern mit Erfolg gereicht. Dabei muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass dieses kein Karamell oder sonstigen Zucker im Übermaß enthält, da es sonst sehr schnell zu Zahnproblemen und Diabetes kommen kann.

Zucht

Die Zucht der Zwerg-Ginsterkatze ist nicht ganz problemlos und setzt ein harmonierendes Paar voraus. Die deutsche Erstzucht der Art gelang dem Schleichkatzenspezialisten M. Höhle im Jahr 2004 . In den folgenden Jahren gelang auch anderen Haltern vermehrt die Zucht, wobei teilweise auf Handaufzuchten zurückgegriffen werden musste. Eine erfolgreiche Aufzucht, vor allem durch das Weibchen, stellt somit immer noch eine Besonderheit dar.

Ein Problem bei der Zucht sind vor allem die Weibchen, die durch ihr zickiges Verhalten so manche Paarzusammenführung verhindert haben. In der Paarungszeit kommt hinzu, dass die Kater teilweise sehr grob dem Weibchen gegenüber sind, wobei es durchaus zu ernsthaften Verletzungen kommen kann, wenn die Tiere nicht rechtzeitig getrennt werden. deshalb habe ich alle meine Innengehege so konzipiert, dass sie problemlos unterteilt werden können. Zudem habe ich bei einem Paar, bei dem der Kater besonders hinter seinem Weibchen her ist, die Schlafboxen mit einem zweiten Ausgang versehen, sodass das Weibchen bei einem Angriff im Kasten diesen notfalls durch den "Notausgang"  verlassen kann.

Hat die Verpaarung funktioniert und ist die Katze trächtig, ist aber noch lange nicht alles überstanden. Gerade junge, unerfahrene Weibchen sind teilweise übernervöse Mütter und töten ihren Nachwuchs bei jeglicher Störung, wie z.B. Kontrolle der Wurfbox. Aus diesem Grund habe ich alle Schlafboxen so gestaltet, dass ich sie von außerhalb des Geheges einsehen kann. Momentan experimentiere ich zudem mit einer Kamera, welche in den Schlafboxen angebracht werden soll, um so mittels Videosignal die Boxen ohne Störung der Katze überwachen zu können.

Ein weiteres Problem, welches ebenfalls vor allem junge Weibchen betrifft, ist der übertriebene Pflegetrieb. Durch ihn kann es dazu kommen, dass das Weibchen die Jungtiere regelrecht wund leckt, was zu schweren Infektionen und letztlich sogar zum Tod der Jungtiere führen kann. Auch hier ist eine Überwachung mittels Kamera sinnvoll, um notfalls entscheiden zu können, ob es sinnvoll ist, die Jungtiere mit der Flasche aufzuziehen, um sie zu retten.
 Zwar sollte eine Handaufzucht nur im Notfall erfolgen, da aber die Bestände der Zwerg-Ginsterkatze in Menschenobhut inzwischen nicht mehr allzu groß sind, sollte alles getan werden, um die Tiere langfristig in unseren Gehegen zu erhalten.

Status in Menschenobhut

Mitte der 1990er Jahre wurden Ginsterkatzen regelmäßig nach Deutschland importiert und waren dementsprechend häufig zu erwerben. Mit dem Wegfall der Import hat sich dieses Bild gewandelt. Vor allem die Zwerg-Ginsterkatze, die sich schwerer nachzüchte lässt als andere Ginsterkatzenarten ist deshalb in Deutschland inzwischen sehr rar geworden. In zoologischen Garten spielt sich faktisch keine Rolle, sodass fast alle vorhandenen Exemplare in Privatbesitz sind. Soll diese wunderschöne Ginsterkatze nicht schon bald ganz aus unseren beständen verschwinden, ist deshalb eine Zusammenarbeit der Halter unbedingt erforderlich. Nur so können einzeln sitzende Tiere verpaart werden und nicht harmonierende Paare durch Partnertausch neu zusammengestellt werden.

Aufgrund er Seltenheit und der Ansprüche an die Haltung gehören Zwerg-Ginsterkatzen auch unbedingt in die Hände erfahrener Halter. Eine Haltung als "zahmes" Haustier in der Wohnung ist deshalb sowohl aus tierschutzrechtlichen als auch aus Gründen der Bestandserhaltung unbedingt abzulehnen.


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