Die Unterfamilie der Schönhörnchen (Callosciurinae), deren Vertreter im gesamten ostasiatischen Raum beheimatet sind, besticht durch eine enorme Artenvielfalt. So zählen zu diesen tropische Hörnchen unter anderem die Baumstreifenhörnchen (Tamiops), von denen vor allem Tamiops swinhoei sowie T. macclellandi inzwischen auch in Privathand öfter gehaltenen werden. Auch Vertreter der ebenfalls in diese Unterfamilie gehörenden Gestreiften Palmenhörnchen (Funambulus) wurden noch vor wenigen Jahren regelmäßig angeboten, inzwischen zählen sie aber zu den Raritäten und sind kaum noch erhältlich.

Zu den spektakulärsten Arten gehören aber sicherlich die Vertreter der Gattung Callosciurus, der Echten Schönhörnchen. Wohl kaum ein Hörnchenfreund, der nicht bei der Farbenpracht, die einige Vertreter dieser Gattung zeigen, in helle Verzückung gerät. Und so ist es kein Wunder, dass die Schönhörnchen nicht nur zu den farbenprächtigsten, sondern auch zu den begehrtesten Hörnchenarten zählen.

Echte Schönhörnchen

Zu den  Echten Schönhörnchen (Callosciurus) zählen insgesamt 14 Arten, wobei einige Autoren das Kloss-Hörnchen (Callosciurus notatus albescens), welches auf  Sumatra lebt, als eigenständige Art ansehen, im Allgemeinen wird es aber als Unterart des Bananenhörnchens (Callosciurus notatus) betrachtet Zu den spektakulärsten Arten zählt sicher das Pallas-Hörnchen (Callosciurus erythraeus), welches oberseits zwar nur unauffällig olivgrün gefärbt ist, dafür aber einen leuchtend roten Bauch besitzt. Interessant ist die Färbung des Finlayson-Hörnchen (Callosciurus finlaysonii), welches in drei unterschiedlichen Farbmorphen vorkommt. Allen Tieren ist die weiße Bauchfärbung gemein, die Rückenfärbung variiert jedoch von schwarz über rotbraun bis weiß, je nach Herkunft der Hörnchen.  Das mit Abstand aber bekannteste Schönhörnchen ist das Prevost-Schönhörnchen, oftmals auch nur als Prevost-Hörnchen (Callosciurus prevostii) bezeichnet. Es ist auf der Malaiische Halbinsel, auf Sumatra und Borneo sowie auf zahlreichen kleinen Inseln beheimatet. Auf Sulawesi war das Prevost-Hörnchen nicht heimisch, wurde aber dort eingeführt. Bedingt durch das weite, stark differenzierte Verbreitungsgebiet haben sich 39 (!) Unterarten ausbilden können, welche sich teilweise erheblich durch die Färbung ihres Fells voneinander unterscheiden. Allen Unterarten gemeinsam ist aber die Dreifarbigkeit. Während die Rückenpartie schwarz gefärbt ist, zeigen die Hörnchen an den Flanken weiß und sind unterseits rotbraun gefärbt. Aufgrund seiner Färbung wird das Prevost-Schönhörnchen auch als Dreifarben-Hörnchen bezeichnet, dieser deutsche Name wird aber üblicherweise für Callosciurus notatus benutzt. Um hier Verwirrungen zu vermeiden, sollte ausschließlich der anerkannte Trivialname Prevost-Schönhörnchen oder aber der lateinische Name benutzt werden. Je nach Unterart erreichen die Tiere eine Größe von 20-27 cm.

Die Unterarten des Prevost-Schönhörnchens

Von den verschiedenen Unterarten des Prevost-Schönhörnchens haben vor allem drei den Weg in die Volieren der Hörnchenliebhaber gefunden. Neben der Nominatform Callosciurus prevosti prevosti werden auch die Unterarten borneoensis und rafflesi regelmäßig gehalten und nachgezogen. Die Nominatform ist dabei sicherlich die am auffälligsten gefärbte Form. Bei ihr ist der helle Seitenstreifen deutlich abgesetzt, was die Kontraste zwischen der schwarzen Rückenfärbung und der rotbraunen Bauchfärbung deutlich hervorhebt. Dies wird noch unterstützt dadurch, dass der weiße Streifen vom Kopf bis zum Körperende durchgängig ist, wobei die Färbung auf den Wangen eher gräulich als weiß erscheint. Callosciurus p. rafflesi ähnelt in der Färbung der Nominatform, allerdings setzt hier der weiße Seitenstreifen erst unterhalb der Schultern an, lediglich im Bereich der Schnauze ist eine leichte Grausfärbung vorhanden. Die geringsten Kontraste weist Callosciurus p. borneoensis auf. Wie bei Callosciurus p. rafflesi beginnt der Seitenstreifen unterhalb der Schultern, allerdings ist er nicht so breit wie bei den beiden anderen Unterarten. Zudem ist er auch nicht deutlich abgegrenzt, sodass die Übergänge verwaschener wirken. Im Bereich der Oberschenkel läuft der Streifen in eine breite verwaschene graue Färbung aus.

Haltung

Als baumbewohnende Hörnchen stellen Schönhörnchen generell andere Ansprüche als die häufiger gehaltenen Streifenhörnchen, welche sich auch gerne auf dem Boden aufhalten. So muss bei der Einrichtung des Geheges bedacht werden, dass sich ausreichend Kletteräste im oberen Bereich der Voliere befinden, um den Tieren genügend Bewegungsmöglichkeiten zu bieten. Auch Sitzbretter werden gerne angenommen. Unbedingt beachten muss man die stabile Anbringung von Ästen und Sitzbrettern, da Prevost-Schönhörnchen durch ihr Temperament und ihr Körpergewicht der Einrichtung schon einiges abverlangen. Die Mindestgröße eines Geheges für Schönhörnchen, die aufgrund ihrer Körpermaße zu den größeren Hörnchen zählen, darf laut Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren drei Quadratmeter nicht unterschreiten, die Höhe muss mindestens 2 Meter betragen. In kleineren Gehegen neigen die Tiere schnell zum Verfetten oder es kommt zur Ausbildung von Bewegungsstereotypien.

Da es sich bei Schönhörnchen um tropische Hörnchen handelt, sollte die Raumtemperatur auch im Winter keinesfalls unter 15 Grad Celsius sinken, besser noch ist eine Mindesttemperatur von 20 Grad Celsius. Während der Sommermonate ist eine Außenhaltung durchaus möglich, allerdings muss für den Winter dann ein ausreichend großes, beheizbares Gehege zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zum Asiatische Streifenhörnchen oder Burunduk (Tamias sibiricus) halten Schönhörnchen keine Winterruhe, sondern sind das ganze Jahr über aktiv. Gemeinsam mit den Streifenhörnchen ist ihnen jedoch, dass Prevost-Schönhörnchen einzelgängerisch leben. Eine Paarhaltung ist einigen Tieren in einer großen, sehr gut strukturierten Voliere im Einzelfall möglich, sollte aber nur von sehr erfahrenen Haltern praktiziert werden. Besser ist es hingegen, die Tiere in nebeneinander liegenden Gehegen zu pflegen, die über einen Klappe miteinander verbunden werden kann, sodass man die Hörnchen zur Paarung zusammenlassen kann.

Nachwuchs bei Prevost-Schönhörnchen

Prevost-Schönhörnchen besitzen keine bestimmte Paarungszeit, sodass es das ganze Jahr über zu Nachwuchs kommen kann. Ist das Weibchen paarungsbereit, so stößt es pfeifende Lockrufe aus, mit denen das Männchen angelockt werden soll. Dem eigentlichen Paarungsakt geht meist eine längere Verfolgung des Weibchens durch das Männchens voraus. Diese kann z. T. sehr heftig wirken, ernsthafte Verletzungen gibt es aber eher selten. Ist die Paarung erfolgreich verlaufen, bringt das Weibchen nach 42-48 Tagen 1-3 Junge zur Welt, die für Nesthocker typisch nackt und blind sind. Spätestens zur Ende der Tragzeit muss das Männchen abgetrennt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Jungtiere vom Männchen angegriffen oder sogar getötet werden. Nach etwa fünf bis sechs Wochen verlassen die jungen Prevost-Schönhörnchen meist die Nisthöhle. In den ersten Tagen wirken sie recht unbeholfen und zeigen noch nichts von der Eleganz erwachsener Tiere. Dies ändert sich aber schnell und nun gilt es, ein wachsames Auge auf das Verhalten des Weibchens zu haben, um die Jungtiere sofort aus dem Gehege nehmen zu können, wenn es zu Aggressionen seitens des Weibchens kommt. Bis die Jungtiere selber geschlechtsreif sind und für eigenen Nachwuchs sorgen können, dauert es dann aber zehn bis zwölf Monate.

Die Ernährung

Prevost-Schönhörnchen sollten überwiegend mit Obst ernährt werden, da dies ihren natürlichen Ernährungsgewohnheiten entspricht. Bei der Futterwahl sind die Tiere meist nicht wählerisch. Sowohl Apfel, Birne als auch Erdbeeren, Kiwis oder Weintrauben werden problemlos gefressen. Gemüse ist hingegen nicht bei allen Tieren beliebt. Allerdings darf Obst nicht als Alleinfutter verwandt werden, die Schönhörnchen benötigen zusätzlich auch Körnerfutter und Nüsse, die auch der Abnutzung der Nagezähne dienen. Hier kann man auf Sonneblumenkerne, Zirbelnüsse und Kürbiskerne zurückgreifen. Bei den Nüssen sind Haselnüsse, Walnüsse und Paranüsse sehr beliebt. Vorsicht sollte man mit der Verfütterung von Erdnüssen sein, da diese oftmals verpilzt sind, was der Gesundheit der Schönhörnchen abträglich ist. Zusätzlich sollten die Hörnchen regelmäßig tierisches Eiweiß, z.B. Mehlwürmer erhalten. Haferflocken, Rosinen und frischer Löwenzahn können als Leckerei unter das Futter gemischt werden. selbstverständlich darf frisches Wasser niemals fehlen.

Durch den hohen Obstanteil im Futter riecht der Urin der Prevost-Schönhörnchen leicht süßlich, was sei für eine Wohnungshaltung eher ungeeignet macht. Diesen "Nachteil" machen die Tiere aber durch ihre Farbenpracht und ihr elegantes Wesen wieder wett.